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Die letzten Stunden von Herculaneum |
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79 nach Christi Geburt verschüttet der Vesuv in einer Nacht eine ganze Region. Das Leben in den Städten am Golf von Neapel erlischt in Sekundenschnelle. Unter bis zu 30 Meter hohen Schichten aus Asche, Schlamm und Bimsstein liegen die Zeugnisse der antiken Hochkultur verborgen bis man 1709 bei der Anlage eines Brunnens unverhofft auf bearbeitete Marmorblöcke aus römischer Zeit stößt: Das Theater von Herculaneum, der mondänen Nachbarstadt von Pompeji ist gefunden. Eine systematische Suche nach antiken Kunstwerken Herculaneums beginnt, Jahrzehnte vor den ersten Ausgrabungen in Pompeji.
Die spektakulären Entdeckungen am Fuße des Vesuvs treffen den Zeitgeist und werden zu einer touristischen Attraktion für Gelehrte, Fürsten, adelige und bürgerliche Besucher, die aus England, Frankreich und den deutschen Ländern anreisen. Die Funde aus Herculaneum und Pompeji inspirieren ihrerseits europaweit die Entwicklung eines neuen künstlerischen Stils und prägen eine ganze Epoche: den Klassizismus.
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Hirsche Marmorne Skulpturengruppe aus der Casa dei Cervi, dem Haus der Hirsche, in Herculaneum: Hirsch, von Jagdhunden angefallen. Soprintendenza Archeologica di Pompei, Antiquario di Ercolano.
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Fast 200 Jahre später sorgt der Fund der Bootshäuser am ehemaligen Meeresstrand 1982 für Aufsehen. Die Analyse der mehr als 300 Skelette von Männern, Frauen und Kindern, die auf der Flucht vor der heißen Gaswolke innerhalb von Sekunden getötet wurden, liefert neue wichtige Erkenntnisse über das Leben der Menschen in einer römischen Kleinstadt im 1. Jahrhundert nach Christus.
Neueste technische Entwicklungen und Erkenntnisse aus Anthropologie, Archäologie und Vulkanologie haben es in den letzten Jahren ermöglicht, ein immer genauer werdendes Bild der Geschehnisse am Golf von Neapel am 24. und 25. August 79 n. Chr. zu zeichnen, das dem Besucher der Ausstellung „Die letzten Stunden von Herculaneum“ anschaulich vermittelt wird durch: ein Modell des Theaters, Grundrisse und computeranimierte 3-d-Ansichten privater Villen und Gartenanlagen.
Die Ausstellung präsentiert Marmorstatuen, Bronzeskulpturen, kostbare Fresken, Mosaiken, Goldschmuck, hölzerne Möbelstücke und andere einzigartige Exponate aus Herculaneum. Sie zeigt damit Leben und Kultur in einer antiken römischen Stadt am Fuße des Vulkans.
Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, eine Wiege sowie Abgüsse von Skeletten einiger Einwohner von Herculaneum vermitteln die menschliche Dimension der Naturkatastrophe. Viele hochkarätige Objekte aus dem Nationalmuseum und der Nationalbibliothek in Neapel sind erstmals außerhalb Italiens zu sehen, darunter zwei Papyrusrollen aus der Bibliothek der berühmten Villa dei Papiri. Porzellane aus Meißen und andere Produkte des europäischen Kunsthandwerks, die die intensive Rezeption der antiken Vorbilder im 18. Jahrhundert vor Augen führen, ergänzen die Präsentation der antiken Originale.
Die vom Focke-Museum Bremen, dem Westfälischen Römermuseum Haltern sowie der Berliner Antikensammlung im Pergamonmuseum gemeinschaftlich konzipierte Ausstellung „Die letzten Stunden von Herculaneum“ ist eine Sensation, zeigt sie doch erstmalig außerhalb Italiens kostbare Kunstwerke und Dokumente und vermittelt sie die aktuellsten archäologischen Erkenntnisse. Sie wird nach dem großen Erfolg in Haltern (128.000 Besucher in 3 Monaten) und der Station in Berlin (22. September 2005 bis 1. Januar 2006) sicherlich eines der Ausstellungs-Highlights 2006 in Bremen sein.
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Flüchtlinge / Skelette Skelette von drei Opfern des Vulkanausbruchs aus dem Bootshaus 5 von Herculaneum (Abgüsse aus Silikonkautschuk). Soprintendenza Archeologica di Pompei, Antiquario di Ercolano, Foto: Luciano Pedicini, Neapel.
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Zur Ausstellung ist im Verlag Philipp von Zabern ein ausführlicher Katalog „Verschüttet vom Vesuv - Die letzten Stunden von Herculaneum“ erschienen, 355 Seiten mit 341 Farb- und 25 Schwarzweißabbildungen, bereits jetzt im Focke-Museum erhältlich für 24,90 €, (Buchhandelspreis 41,- €). Außerdem ist im Roseni Verlag ein Entdeckungsbuch für Kinder erschienen, 44 Seiten, in der Ausstellung 7 €.
In der Ausstellung sind Audioguides in Deutsch und Englisch erhältlich.
Einen ausführlichen Text mit weiteren Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Datei zur Verfügung:
Die letzten Stunden von Herculaneum (ausführliche Informationen) [225 KB]
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"Haus mit der Holzzschischenwand" (Casa del Trammezzo di Legno, Blick in das Artruim.) (S. 57)
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