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Kleine Einführung ins Thema |
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Das GPS (Global Positioning System), mit welchem man kostengünstig inzwischen auch als Privatmann mit Hilfe von kleinen Handgeräten per Satelliten seine genaue Position (standardmäßig ca. 3-5m / mit dem so genannten Differential-GPS -DGPS- sogar auf wenige Zentimeter genau) bestimmen kann, nimmt auch immer mehr in der Archäologie seinen Stellenwert ein. Das im Beispiel (Bild rechts) genutzte Gerät der Firma Garmin kosten in der Anschaffung unter 200,- Euro und genügt, gerade wegen seines robusten Aufbaus (wasserdicht und schlaggeschützt), vor allem den etwas rauen Bedingungen bei Feldbegehungen oder auch in der Luftbildarchäologie.
Aber erst durch den Einsatz von geeignetem Kartenmaterial und Software kommen die wahren Vorzüge des Einsatzes von GPS-Geräten zu Tage. Wer jetzt meint, dass neben der Anschaffung des eigentlichen Gerätes auch noch größere Geldbeträge für die Software und Kartenmaterial erforderlich sind, dem wollen wir mit diesem Artikel weiterhelfen - denn dieses ist ein Irrtum -.
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Beispiel für ein Handgerät Garmin GPS 60
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Professioneller Einsatz |
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In der Archäologie setzt man GPS schon seit längerem ein. Trotz hoher Genauigkeit sind die Geräte allerdings im Unterschied zu denen für den privaten Einsatz recht groß und teuer. In unserem Fall ist schon alleine die Empfangsanlage in einem Rucksack untergebracht. Sie erleichtert aber erheblich die Einmessung von archäologischen Stätten, da alle Daten sofort gespeichert werden und später mit den geeigneten Computerprogrammen z.B. im Landesamt für Denkmalpflege ausgewertet werden können. Ein weiterer unbestrittener Vorteil ist der Einmannbetrieb im Gegensatz zu dem aufwendigeren Messverfahren mit Bandmaß mit mehreren Mitarbeitern. Mit der GPS-gestützten Meßmethode kann man so in relativ kurzer Zeit auch größere Flächen mit umfangreichen Fundmerkmalen einmessen. Die Nutzung solcher relativ aufwendigen GPS-Systeme, wie sie z.B. auch vom Landesamt eingesetzt werden, erfordern allerdings Erfahrung und genaue Einarbeitung der jeweiligen Mitarbeiter, die diese Technik einsetzen.
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Ein Archäologe mit dem Diffential-GPS (Foto: Bernd Günther)
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Hobbymäßiger Einsatz |
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Entgegen dem professionellen Einsatz bestehen heute preisgünstige und vor allem beherrschbare Möglichkeiten, auch für interessierte Laien diese Technik einzusetzen. Einige typische Anwendungsbeispiele sind Feldbegehungen und Sondagen auf dem Boden oder Befliegungen von vermutlichen Bodendenkmälern aus der Luft. Da alle gemachten Funde und Beobachtungen gemeldet werden, ist eine genaue Ortsbestimmung unverzichtbar. Dabei unterscheidet man grundlegend die Bestimmung eines Einzelpunktes im Gelände im Gegensatz zu aufgezeichneten Strecken (so genannten Tracks). Der Einzelpunkt ist mit dem Handgerät direkt als Koordinate ablesbar. Die gelaufene oder geflogene Strecke wird bei eingeschaltetem Handgerät aufgezeichnet und später verarbeitet.
Mit jedem Handgerät kann man Punkte und auch komplette Strecken per Knopfdruck aufzeichnen und im Gerät zur späteren Verwendung abspeichern. Da allerdings alle Handgeräte unterschiedliche Bedienungen und Möglichkeiten aufweisen, würde eine genaue Beschreibung an dieser Stelle zu weit führen. Hier hilft die meistens gut beschriebene Bedienungsanleitung beim ersten Einsatz weiter.
So sind auch Einstellungen, wie das verwendete Koordinatensystem (z.B. Breite/Länge, UTM/UPS, Gauß-Krüger) und das so genannte Kartendatum (Beispiel: WGS84) nicht unwichtig, denn die erfassten Daten sollten den einheitlich verwendeten Systemen angepasst sein. Trotzdem rechnen aber die meisten hier beschriebenen Programme auch alle Daten korrekt um. Bei den Fundmeldungen wird bei uns z.B. das Gauß-Krüger-System mit Rechts- und Hochwerten und dem Potsdam-Datum verwendet. Diese Angaben lassen sich leicht im Einstellungsmenü des GPS-Handgerätes einstellen.
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Einstellungsmenü beim GPS 60
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Softwareeinsatz für GPS |
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Einen halbwegs neuen Rechner (wegen den Hardwareanforderungen) und einen Internetanschluss vorausgesetzt, kann man sich mit wenigen Klicks per Internet in die Welt der kostenlosen Software wagen. In unserem Fall möchten wir auf einige bemerkenswerte Programme, die auch unsere Arbeit am Boden oder in der Luft unterstützen, gezielt hinweisen.
Luftbilder gibt es so z.B. weltweit in einer hohen Auflösung mit dem Programm Google Earth. Dieses Programm greift auf eine immer größer werdende Datenmenge von weltweiten Luftbildern zurück, die inzwischen fast lückenlos angeboten werden. Nach Installation des Grundprogrammes auf seinem Rechner steht so einem eine unbeschränke Zahl von Satellitenbildern kostenlos zur Verfügung. Das Programm können Sie direkt downloaden unter:
Google Earth Programm
Interessant ist vor allem die Möglichkeit mit einem weiteren Programm (NH-Top50Trans) so genannte KML-Files für Google Earth zu erzeugen. Hier können Sie ohne große Kenntnisse interessante Punkt oder ganze Strecken aus Ihrem GPS-Handgerät als Anzeige in Google Earth transportieren. Bei Anklicken von KML-Files (diese können auch per E-Mail versendet werden), wird automatisch das installierte Google Earth Programm aufgerufen und auf die im KML-File enthaltenen Informationen zentriert. Sehen Sie dazu das Beispiel (gelbe Linien) im rechten Bild.
Die digitale Ausgabe der TOP 50 Niedersachsen Karte erhält man übrigens im Internet (Onlinebestellung) oder im Buchhandel unter der ISBN-Nummer 3-89435-990-0
Die CD Top50 enthält alle 132 Topographischen Karten 1 : 50 000 Niedersachsens sowie die Topographische Übersichtskarte 1 : 200 000 und weitere Übersichtskarten zur Orientierung und kostet 49 Euro.
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Ausschnitt Google Earth mit eingebundenem KML-File
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Zur Verarbeitung der gespeicherten GPS-Daten im Handgerät benötigt man geeignete Software, einen Computer mit USB-Anschluß (heute Standard) und etwas Geduld, um die meistens mitgelieferte Beschreibung durchzulesen.
Zu Anfang möchten wir auf das kostenlose Programm NH-Top50Trans hinweisen. Dieses Programm erhalten Sie unter folgendem Download-Link:
NH - Top50Trans (Dieses Programm wird leider seit dem 1.1.2007 nicht mehr vom Programmierer angeboten)
Mit dieser kleinen Software können Sie alle aus dem GPS-Handgerät geladenen Daten in andere Formate automatisch umrechnen. Dazu zählen dann Möglichkeiten wie die Erzeugung von KML-Files für Google Earth als auch OVL-Files (Overlays) für die amtlichen TOP 50 Karten. Ein Beispiel sehen Sie im rechten Bild. Es wurden die gleichen Daten wie bei Google Earth (KML-File) verwendet, nur dieses Mal für die TOP 50 Karte als Overlay-Datei.
Ein vollwertiger Ersatz für das o.g. Programm kann unter Umständen das MakeGoogleMap von Thomas Bornhaupt darstellen, welches zur Zeit mit speziellen Funktionen ausgestattet wird. Erste Test´s zwischen TOP50 Version 4 und Google Earth verliefen erfolgreich.
Es ist in der jeweils aktuellen Version auf unter folgenmdem Link als Freeware zu beziehen MGM - MakeGoogleMap
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TOP 50 Karte mit Overlay
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Software für das GPS-Handgerät |
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Auch in diesem Fall gibt es eine Menge an kostenloser Software, um z.B. die Rohdaten aus dem GPS-Gerät auszulesen und dann dementsprechend für andere Programme (NH-Top50Trans) aufzubereiten.
Zwei Programme möchten wir hier kurz vorstellen:
G7ToWin und Trackmaker
Beide Programme eignen sich hervorragend zum Auslesen der Daten über USB-Anschluss und wie in unserem Fall zum Abspeichern der Daten in einem für das Programm NH-Top50Trans erforderlichen Format (GPX-Format). Sie erhalten die Programme unter folgenden Download-Links:
G7ToWin
Trackmaker
Es gibt sicherlich noch diverse weitere Programme, die geeignet sind die Arbeit mit den ermittelten GPS-Daten zu erleichtern. Für das Erste sollten diese angesprochenen und leicht zu bedienenden Hilfsmittel allerdings ausreichen. Die o.g. Beispiele zeigen auch auf, dass man auch ohne großen finanziellen Einsatz zu erstaunlichen Ergebnissen kommen kann.
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Einlesen von GPS-Daten über G7ToWin
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Schlusswort |
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Wir werden versuchen, auch in Zukunft Ihnen einen kleinen Einblick über die Möglichkeiten beim Einsatz dieser Technik in einem zweiten Beitrag zu vermitteln. Als Beispiel sei aufgeführt die Verwendung dieser Technik bei Flügen für die Luftbildarchäologie. So lässt sich die geflogene Strecke mit einem einfachen GPS-Handgerät aufzeichnen und in der TOP 50 Karte oder in Google Earth genau rekonstruieren. So manches nicht mehr genau ermittelbare Feld auf einem Luftbild ist dann genau zu positionieren, wenn das Flugzeug darüber seine Kreise gezogen hat. Es werden durch das GPS nicht nur die genauen Positionsdaten aufgezeichnet, sondern zusätzlich auch Datum, Zeit und Höhe. Zusätzlich bekommt man dann die Möglichkeit, gezielt Flächen oder genaue Punkte auf dem Boden durch die Ermittlung der Koordinaten für die Bodenprospektionen vorzubereiten und somit bei großflächigen Nachsuchungen Zeit einzusparen und effektiver zu arbeiten.
Somit ist der Einsatz von GPS nicht nur im professionellen Bereich eine sinnvolle Bereicherung bei der Suche nach Bodendenkmälern und dessen genauen Erfassung, sondern auch im Gebrauch durch ehrenamtliche Mitglieder des FAN und anderen interessierten Laien eine Ergänzung zur Unterstützung der amtlichen Denkmalpflege. Letztendlich wird der Datenaustausch der ermittelten Daten durch solche Technik erheblich erleichtert und bringt einen Vorteil in der Nutzung von einheitlichem Informationsmaterial bei Positionsbestimmungen am Boden oder in der Luft.
Bernd Günther (2006)
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Endlose Ackerflächen... Nur wo war das? (Foto: Bernd Günther)
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