Seit 30 Jahren suche ich zerpflügte Grabhügel der Älteren Bronzezeit ab. Immer in der Hoffnung, dort einmal eine schöne Pfeilspitze oder womöglich ein Bronzebeil zu finden.
Und nun wurde der Traum wahr: Plötzlich lag vor mir dieser schöne Dolchgriff auf der Acker-Oberfläche im Landkreis Nienburg. Ich war so überrascht, dass ich ihn spontan aufgehoben habe. Sollte das möglich sein? 30 Jahre lang nur grüne Blätter, grüne Gummiteile, grüne Holzstücke entdeckt und nun tatsächlich eine Dolchklinge? Sorry, darum zeigt das Foto das Objekt nicht in situ, sondern 10 Minuten nach der Auffindung und in circa 50 Zentimeter Entfernung vom Fundort. Das letzte Mal habe ich im Jahre 1975 auf einer Siedlung ein Randleistenbeil mit bloßem Auge entdeckt, und ob ich in 32 Jahren noch mal eine schöne Bronze finde, steht sehr infrage.
Zum Fundort: Es gab hier mindestens 11 Grabhügel, die fast gänzlich eingeebnet sind und nur noch als helle Verfärbung auf der Ackeroberfläche erscheinen. Der Fund des Bronzedolches zeigt, dass die Hügel (nicht alle) vor ihrer Zerstörung durchsucht wurden. Ein Graf Münster hat in der Umgebung im Jahre 1817 so manchen Hügel aufgraben lassen auf der Suche nach Altertümern, aber auch er scheint nicht alle geplündert zu haben. Viel umfassender war die Zerstörung durch die moderne Landwirtschaft in den letzten 100 Jahren. Im Jahre 1949 (vor 58 Jahren!) gab es eine obrigkeitliche Besichtigung der Fundstelle. Und es wurde laut Protokoll mit Bedauern festgestellt, dass sämtliche Grabhügel unrettbar verloren seien.
Zum Fundstück: Der Dolchgriff aus dem Sögel-Wohlde-Zeithorizont ist laut Alf Metzler vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in seiner Formgebung recht selten. Ich finde an ihm besonders bemerkenswert, dass sich auf der Bronze noch die Form des ehemaligen Holzgriffes abzeichnet.
Heinz-Dieter Freese (2007)
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Bronzedolch aus dem Sögel-Wohlde-Zeithorizont Foto: Heinz-Dieter Freese FAN 2007
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