Die Vorbereitung

Ein Bericht von Bernd Günther

Vor einigen Wochen kam bei der Begehung eines Bronzezeitlichen Gräberfeldes im Landkreis Hildesheim durch den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Folke Prill die Fragestellung auf, ob man unter Umständen die dazugehörige Siedlung finden könnte.

Diese Fragestellung nahm ich zum Anlaß, um die Möglichkeiten der Nutzung von modernen Vorbereitungsmethoden für diese Feldbegehung zu überprüfen. Da das in Frage kommende Areal doch relativ groß war, wurde in digitalen Karten (TOP50 Niedersachsen) und der Hinzuziehung von frei verfügbarem Luftbildmaterial nach "wahrscheinlichen" Stellen für eine Siedlung gesucht. Dabei mußten einige Randbedingungen für eine Ansiedlung (Verfügbarkeit von Wasser, geeignete Geländerhebung) berücksichtigt werden.

Obwohl nach der Auswertung durch die digitale Karte ein Gebiet als geeignet erschien, ergab eine Kontrolle des Luftbildes von Google Earth noch keine weiteren Anhaltspunkte. Erst die Nutzung des Feldblockfinders zeigte auffällige Spuren im dort verwendeten Luftbild.

Als Ergänzung wurden noch die Informationen des ADABweb (Denkmaldatenbank im NLD) mit einbezogen, die den Stand der derzeitig bekannten Fundstellen im zu untersuchenden Bereich aufzeigten. Eine Auswertung von älteren Luftbildern im NLD wird in Kürze noch erfolgen.

So stand nach kurzer Vorbereitungszeit fest, welcher Abschnitt im Gelände genauer untersucht werden sollte.




Einsatz von Schummerungsanzeige (Auszug aus der TOP50 Niedersachsen Version 4 (c))

Ergebnisse im Feldblockfinder

Nutzung des Feldblockfinders (c) Luftbilder durch LGN / (c) Feldblockfinder Landwirtschaftskammer Niedersachsen



Um eine möglichst gute Detailauflösung zu erhalten, wurden die Luftbilder aus dem Feldblockfinder (insgesamt 16 Teilaufnahmen) mit einer speziellen Software (Autostich) zusammengefügt. Danach wurden die positiven Elemente (rot) eingezeichnet und ergaben somit einen ersten Eindruck von der gesuchten Fläche. Bei dem Feld handelt es sich übrigens zur Zeit um Brachland, so das Oberflächenfunde als sehr unwahrscheinlich galten.



Die Feldbegehung

Am 17.März 2007 traf man sich dann zu einer gezielten Feldbegehung auf der nördlich liegenden Ackerfläche. Dort wurden unter anderem diverse Keramikfunde, die inzwischen als Vorgeschichtlich eingruppiert werden konnten, gemacht und sichergestellt. Metallfunde (bis auf einige wenige mittelalterliche Bruchstücke -z.B. geschmiedete Nägel- ohne Bedeutung) konnten nicht nachgewiesen werden. Die Fundstellen wurden per GPS eingemessen und dem NLD als Fundmeldung übermittelt.

In den darauf folgenden Tagen wurde diese Fläche noch mehrfach von Folke Prill begangen, um unter Umständen ein geeignetes Randstück einer Keramik zu finden, welche eine bessere Zuordnung zur Zeitstellung zulassen würde. Dieses war leider noch nicht erfolgreich, so das eine weitere Pflügung durch den Eigentümer abgewartet werden muss. Trotzdem wurde bei diesen Begehungen auch Hüttenlehm gefunden, der inzwischen wie auch die Keramik, auf eine früher bestandene Siedlung deutet.




Feldbegehung am 17. März 2007 (c) Foto Bernd Günther FAN

Das Fazit

Durch den ersten Teilerfolg bei der Flurbegehung wurde bestätigt, dass mit dem Einsatz von frei verfügbaren Luftbildern und der Nutzung von digitalem Kartenmaterial mit den Möglichkeiten von Schummerungseinblendung und Geländeschnitten durchaus eine sinnvolle Vorbereitung bei der Suche nach noch nicht entdeckten Bodendenkmälern möglich ist.

In diesem speziellen Fall sind jedoch sicherlich noch weitere Feldbegehung nötig, um eine bessere zeitliche Zuordnung zu erlangen. Auch der Einsatz von weiteren Prospektionsmethoden (z.B. zusätzliche Befliegung) ist sicherlich sinnvoll.

Eine genauere Auswertung des Vorgehens zeigt die als Download zur Verfügung gestellte und für das Internet umgearbeitete Präsentation

Die Suche nach einer Bronzezeitlichen Siedlung [2.136 KB] (c) Bernd Günther 2007

Alle verwendeten Luftbilder unterliegen dem Copyright von Google Earth bzw. der LGN (Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen). Das verwendete Kartenmaterial stammt aus der TOP50 Niedersachsen Version 4 (c) LGN