Unser interaktives Luftbild

Mit der Computermaus auf archäologische Spurensuche

In diesem Teil unseres Berichtes möchten wir Sie dazu ermutigen, einmal selber ein Luftbild und dessen optische Erscheinungen zu erforschen. Klicken Sie auf das Luftbild und es öffnet sich ein neues Fenster. Schauen Sie sich erst einmal das Luftbild an und versuchen selber einige Punkte zu erklären. Wenn sie dann eine Bestätigung wollen, fahren Sie einfach mit dem Mauszeiger auf ein Bilddetail. Dieser wird Ihnen dann die vermutliche Deutung der Spuren zeigen.

Interaktive Aufarbeitung des Luftbildes: Bernd Günther / Heinz-Dieter Freese (2005)



Eine Neuerung auf unseren Internetseiten. Bilder mit interaktiver Bedienung. Erklärungen direkt im Bild.

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Hier erhalten Sie eine kurze schriftliche Erklärung zu unserem interaktiven Luftbild von Heinz-Dieter Freese. Eine von mehreren Möglichkeiten zur Deutung des Luftbildes. Genauere Aufschlüsse bringen dann die Sichtung vom Boden aus und Vorortprospektion in dem Bereich des Luftbildes.

Wir sehen ein Feld in der "Schotenheide". Die 3 Getreidesorten sind Anfang Juli im "Farbwechsel" von grün nach gelb. An manchen Stellen sind die Ähren vom Wind niedergedrückt. Die grüneren Zonen bieten dem Getreide mehr Feuchtigkeit im Boden. Zum Teil kommt diese Feuchtigkeit aus anthropogenen (menschlich erzeugten) Gräben unterhalb der Erdoberfläche.
In diesem Fall handelt es sich um einen Graben, der eine Fläche umzieht, an einer Stelle verläuft er zur Mitte des Objektes. Dort sehen wir ein Rechteck, das vermutlich das Fundament eines ehemaligen Gebäudes anzeigt. Ob dieses Fundament mit vier kräftigen Pfosten auf jeder Längsseite ausgeführt war? Eigentlich sind die Spuren dafür zu groß ("Fahrspur-Breite"), evtl. ist dies zu erklären durch eine hohen Grundwasserspiegel. Vor dem Haus zeigt ein dicker grüner Fleck einen Brunnen oder eine Latrine an. Bei einer Acker-Begehung fanden sich keinerlei Objekte oder Farbveränderungen, so dass wiederum die Deutung als Wohnhaus oder Viehstall und auch das Alter der Hofstelle nicht gesichert ist.

Vermutlich aber: Mittelalter






Tief im Keller zum Herbsttreffen

Das diesjährige Herbstreffen der Luftbild-AG fand ausnahmsweise einmal wie immer gut besucht in der ehemaligen Kapelle im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege statt. Zur Einführung zeigte Heinz-Dieter Freese als Leiter der Luftbild-AG 50 Luftbilder von Herrn Brasch aus dem Raum des Elbebereiches bei Stade bis nach Jesteburg herunter.

Im Anschluss führte dann Herbert Hoinkis mehrere seiner Luftbilder aus dem Raum Seesen und der Burg Bierde am Alten Allerarm vor.

Auch Wilhelm Meyer führte den anwesenden Mitgliedern und Gästen einige Fotos, vor allem bemerkenswerte Aufnahmen alter Katasterkarten vor. Gleich im Anschluß zeigte Günter Lange die Ergebnisse seiner Befliegung über Mehrholz und dessen Probeschnitt (wir berichteten hierüber) auf.

Dr. Hans-Wilhelm Heine gab dann noch als Abschluß einen Überblick über das Projekt Burgenlandschaft Aller-Leine-Tal, welches wir auch demnächst hier näher darstellen wollen.




Die ehemalige Kapelle - der diesjährige Versammlungsort der Luftbild-AG im Landesamt für Denkmalpflege (Foto: Bernd Günther - FAN)

Die diesjährigen Referenten

Heinz-Dieter Freese Herbert Hoinkis Wilhelm Meyer Günter Lange Dr. Hans-Wilhelm Heine

Fotos: Bernd Günther (FAN)





Luftbilder aus 2005

Auch im Jahre 2005 hat die Luftbild-AG Prospektionsflüge unternommen; wir präsentieren hier einige interessante Befunde, die inzwischen auch an das Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege weiter gemeldet wurden:



Luftbild Allertal 1

Foto Heinz-Dieter Freese (Luftbild AG F.A.N.) Wir sehen ein Getreidefeld am Rande des Allertales. Das Getreide ist Anfang Juli im "Farbwechsel" von grün nach gelb. Die grüneren Zonen bieten dem Getreide mehr Feuchtigkeit im Boden. Zum Teil kommt diese Feuchtigkeit aus anthropogenen (menschlich erzeugten) Gräben unterhalb der Erdoberfläche. In diesem Fall handelt es sich um ein sehr großes Objekt, bei dem die dünnen Gräben spiralförmig ein Zentrum umgeben. Zeitliche Deutungsmöglichkeiten bieten sich dadurch, dass auf dem Acker ein jungsteinzeitliches Beil gefunden wurde; andererseits liegen in unmittelbarer Nähe einige mittelalterliche Ackerfluren. Weitere Untersuchungen müssen folgen. Das Objekt ist von Überbauung bedroht, da es am Rande der Ortschaft liegt.



Luftbild Allertal 2

Foto Heinz-Dieter Freese (Luftbild AG F.A.N.) Wir sehen ein Getreidefeld am Rande des Allertales. Das Getreide ist Anfang Juli im "Farbwechsel" von grün nach gelb. An manchen Stellen ist es vom Wind niedergedrückt. Die grüneren Zonen bieten dem Getreide mehr Feuchtigkeit im Boden. Zum Teil kommt diese Feuchtigkeit aus anthropogenen (menschlich erzeugten) Gräben unterhalb der Erdoberfläche. In diesem Fall handelt es sich um zwei doppelte Gräben, die auf ein Waldstück zulaufen. Es könnte sich sowohl um Wegespuren, als auch im Befestigungsgräben handeln. Von der Erscheinung her könnte es auch eine Landwehr sein, jedoch spricht die Lage im Gelände dagegen, weil Landwehren immer dazu dienten, den Verkehr zu regeln und das Herumfahren / "Ummestrate" zu verhindern. Im Sommer 2006 soll an der Ackerkante ein Profil der Gräben erstellt werden, um das Alter und die Funktion weiter zu klären.