5.Treffen der AG Luftbildarchäologie

Erstmals konnte die Arbeitsgruppe Luftbildarchäologie bei ihrem Herbsttreffen am 18.11.2000 im Landesamt für Denkmalpflege mehr als hundert eigene Luftbilder vorstellen. Wilhelm Meyer (Bomlitz), Herbert Hoinkis (Burgdorf) und Heinz-Dieter Freese (Nienburg) zeigten Fotos aus den Landkreisen Nienburg, Celle und Soltau-Fallingbostel. Bei der Prospektion aus der Luft entdeckten die Hobby-Archäologen im trockenen Frühsommer 2000 zahlreiche neue Objekte, darunter Burgen, Befestigungen und Ortswüstungen. Die Arbeitsgruppe Luftbildarchäologie gehört zum „Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V.“am Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD). Sie hat sich zum Ziel gesetzt, in Niedersachen ein Netz von ehrenamtlichen Luftbild-Archäologen aufzubauen und auf diese Weise das Luftbild-Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege zu unterstützen. Inzwischen gibt es Kontakte zu den Flugplätzen Holzbalge (Lkr. Nienburg), Hodenhagen (Lkr. Soltau-Fallingbostel), Scharnhorst (Lkr. Verden) und Großes Moor (Lkr. Celle).
In den kommenden Monaten soll im Gelände weitergearbeitet werden. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei sehr unterschiedliche Ringwälle und Schlüsselloch-Anlagen zwischen Rodewald, Lkr. Nienburg, und Rethem, Lkr. Soltau-Fallingbostel. Durch Acker-Begehungen, Sondierungen und Probegrabungen soll das Alter und die Funktion einiger Anlagen geklärt werden.




Abbildung 1: Grabenanlage bei Uetze-Hänigsen, Ldkr. Hannover. Foto: Herbert Hoinkins, August 2000.

Eröffnet wurde das Treffen durch einen Vortrag von Dr. Lutz Grunwald (NLD) über Luftaufnahmen aus dem Landkreis Helmstedt, die in den neunziger Jahren von dem bekannten Luftbildarchäologen Dr. h.c. Otto Braasch angefertigt worden sind.
Im Anschluß an die Mittagspause führte der Leipziger Professor Dr. Jürgen Udolf die Zuhörer in sehr lebendiger und mitreißender Form in das Thema „Ortsnamen der sächisisch-fränkischen Siedlungsperiode“, wobei er gleich feststellen mußte, daß eine „fränkische“ Siedlungsperiode in den niedersächsischen Ortsnamen nicht ablesbar sei.
Am Anfang jeder Ortsnamen-Forschung müsse ein gründliches Quellenstudium darüber erfolgen, ob und wie der jeweilige Ortsname sich über die Jahrhunderte verändert hätte. „Spontan kann ich gar nichts zu Ortsnamen sagen“ so der Referent, der dann zeigte, wie sich anhand von Ortsnamen ganze Völkerwanderungen verfolgen lassen, zum Beispiel die Ost-Kolonisation im 13. Jahrhundert von der Oberweser in Richtung Mecklenburg oder die sächsische Einwanderung nach England ab dem 4. Jahrhundert. Dabei zeige die Verbreitungskarte der Ortsnamen sehr deutlich, daß die Einwanderung der Sachsen nach England von Mittel-Niedersachsen aus und nicht etwa über die Nordsee, sondern über Calais und Dover erfolgte.

Autor:

Hans-Dieter Freese
Am Bärenfallgraben 14
31582 Nienburg




Abbildung 2: Ringgraben bei Rodewald, Ldkr. Nienburg. Bewuchsmerkmale im Maisfeld. Der auffällige runde Fleck wird z. Zt. durch Ausgrabungen untersucht. (Foto: H.-D. Freese, Nienburg)

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