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Rodewald Schotenheide - Ringstruktur mit umschlossener Hofstelle !?!
In der letzten Ausgabe stellte H.-D. Freese eine wunderschöne Aufnahme eines luftbild-archäologischen Merkmals vor - eine weitere Anlage neben den vielen bisher Bekannten in der Schotenheide, nördlich von Rodewald gelegen. Der Beginn war 1983, als die ersten Anlagen im Wald entdeckt wurden. Eine erste Zusammen-fassung aller bis dahin gemachten Untersuchungen mündeten in einer Arbeit des Verfassers am Institut für Photogrammetrie der Uni Hannover im Jahre 1987 : "Suche von Bodendenkmälern mittels Fernerkundung".
Auch die hier jetzt präsentierte "Hofstelle" von H.-D. Freese in seiner ausdrucksstarken Ausprägung war hier schon erkannt und dokumentiert (Seite 66, Objekt Nr. 63), basierend auf Auswertungen von Luftbildmaterial des LGN aus "historischen" Aufnahmen im Massstab 1:12.000 (eigentlich viel zu klein für eine klassische luftbildarchäologische Prospektion) der Jahre 1965, 1972, usw. . Diese zweckfremden Aufnahmen - ohne Berücksichtigung luftbildarchäologischer Umgebungsparameter - haben eine schlechtere Qualität, die Hauptstrukturen sind aber vorhanden.
Eine Gegenüberstellung im Folgenden zeigt den krassen Gegensatz der Informationsgüte und Detailgenauigkeit. Für die weitere Interpretation sollten die Maße mit berücksichtigt werden : der mittlere Durchmesser des umschließenden Ringrabens beträgt von links nach rechts etwas über 60m. Der rechteckige Pfostenbau misst ca. 5.5m x 10m, eine kleine Überdachung / Vorbau ist rechts-oberhalb 2.5m vorgelagert. Die Pfosten bzw. deren Verwaschungen liegen bei 1m bis 1.8m (!) Durchmesser. Die nahe Latrine / Grube oberhalb des Baus hat mehr als 2.5m Ausdehnung. Der allumfassende Graben misst ca. 1.5m Breite, der Zulauf/Ablauf vom Haus her eine Länge von 25m.
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Diese beiden verschiedenartigen Bilder können nun gegenübergestellt werden, bzw. Strukturen der einen Aufnahme können in die Andere übertragen werden und umgekehrt, um in der Summe möglichst viel Informationen zu extrahieren.
Dazu kann man sich digitale Bildbearbeitung (hier: GIMP : GNU Image Manipulation Program) - eine professionelle Software, "freely distributed" und damit kostenlos - zunutze machen. Für die weitere Vorgehensweise steht "Grün" für die im linken Bild gefundenen Strukturen, "Rot" für die im Rechten gefundenen.
Man kann z.B. dem linken Bild eine Ebene überlagern, in die die interpretierten Punkt- und Linienstrukturen "kartiert" werden (Grün), um diese dann dem anderen (ausschnittsgleichen) Bild zu überlagern.
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Finden sich diese Strukturen auch hier (also rechts), gibt es weitere, die im linken Bild nicht erkennbar sind? Rechts ist nur der äußere Ring wiederzufinden, die Innereien (Verbindungsgraben und Pfostenlöcher) gehen hier ins Leere. Dagegen kann der Beobachter (Bild rechts) vielleicht auf den "zweiten" Blick rechts neben dem kartierten Pfostenbau ein Rechteck erkennen (Rot), welches parallel zur Ackergrenze ausgerichtet ist. Diese Ausgangsinformation vom rechten Bild könnte nun umgekehrt nach links punktgenau übertragen werden. Auf diese Art können die signifikanten Informationen aus Bildern unterschiedlicher Herkunft (Alter, ursprünglicher Herstellungszweck) zusammengeführt werden. Das Gesamtergebnis wäre dann z.B. in einer einzigen Zeichenfolie konzentriert, die über beide Bilder oder weitere bildhafte Informationsquellen gelegt werden könnten.
Weitere Möglichkeiten bieten sich mit GIMP : Beide Bildern können (mit einem Deckkraftregler) interaktiv und stufenlos miteinander vermischt werden, z.B. halbe-halbe mit gleichgewichteten Anteilen oder mit Übergewichten des einen oder anderen Bildes - eine Technik, die beim Interpretationsprozeß helfen kann.
Schotenheide - ein Gebiet, in dem immer wieder neue Ringstrukturen entdeckt wurden und werden (bereits mehrfach H.-D. Freese, 1997 G. Lange mit der sogenannten Schlüssellochanlage) über ein Verbreitungsgebiet von mehr als 20 qkm.
Aber welche Funktion hatten diese vielen, gehäuften Anlagen ? Alles Bienenzäune, Viehtränken der frühen Neuzeit oder viele, viele Verteidigungsanlagen und Zufluchtsorte am alten, West-Ost-verlaufenden Hesseweg oberhalb des Lichtenmoores?
"Fragen, Fragen, Fragen" - viele Experten aus verschiedenen Disziplinen waren in den vergangenen 20 Jahren vor-Ort, haben aber nicht den entscheidenden Hinweis gefunden. Alteingesessene Rodewalder (im Besonderen Landwirte) können sich an solche Strukturen erinnern, als sie noch nicht eingebnet waren, aber über deren Funktion ..??? Es gilt also, dieses Schotenheider "Phänomen" weiterhin nach Aussen zu tragen, bis mehr Licht in diese immer noch dunkle Materie dringt.
Eckhard Heller 2006
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Diesen Beitrag können Sie auch in einer etwas anderen Form als PDF-File herunterladen:
Rodewald Schotenheide - Ringstrukturen mit umschlossener Hofstelle !?! [335 KB]
Weitere Informationen zu dem oben angesprochenen Bildbearbeitungsprogramm finden Sie unter folgendem Link:
GIMP - GNU Image Manipulation Program
sowie ein deutschsprachiges Handbuch unter GIMP Benutzerhandbuch
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