MARSCH, de hett Watt- Der niedersächsische Part des LancewadPlan-Projekts

Seit dem letzten Jahr läuft hier in Niedersachsen das internationale, durch die EU kofinanzierte und bis Mitte 2007 andauernde LancewadPlan Projekt. Der Name steht für „Integrated Landscape and Cultural Heritage Management and Development Plan for the Wadden Sea Region“. Neben dem NLD sind das niederländische Ministry of Agriculture, Nature and Food Safety, das Wilhelmshavener Wadden Sea Secretariat, die dänische Cultural Heritage Agency und das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein beteiligt. Das Arbeitsgebiet ist, vereinfacht gesagt, der Nordsee Wattenmeerbereich zwischen dem niederländischen Den Helder bis hin zum dänischen Esbjerg.
Darüber hinaus konnte mit der ostenglischen Region „The Wash“ ein weiterer Partner gefunden werden, der bei vergleichbaren naturräumlichen Bedingungen auf eine sehr ähnliche, abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken kann. Damit fließen sehr wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen von außen mit ein, die helfen können, alte Strukturen aufzubrechen und neue Wege zu finden.
Das Projekt selbst steht in der Nachfolge des trilateralen LANCEWAD-Projektes, das von 1999 bis 2001 durchgeführt wurde. Das Akronym LANCEWAD steht für „Landscape and cultural heritage of the Waddensea Region“. Ziel dieses Projektes war die Herstellung eines Denkmalinventars. Das jetzige Projekt will allerdings noch mehr.
Entsprechend u.a. der Erklärung von Esbjerg vom 31.Oktober 2001 anlässlich der 9. Trilateralen Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeers gilt es die bisherigen Bemühungen in Hinblick auf die Förderung des gemeinsamen kulturellen Erbes im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Nutzung zu fördern.
Diesem Anspruch kommt eine übergeordnete Bedeutung zu. Mit Blick auf die seit den letzten Dekaden anwachsende wirtschaftliche und gesellschaftliche Dynamik einerseits und der parallel hierzu zu konstatierenden naturräumlichen Dynamik andererseits erwächst ein nicht unbeträchtliches Gefahrenpotential für Natur- und Kulturdenkmale, dem man begegnen muss.
Ein Werkzeug hierbei sind hierbei Denkmalinventare. Sie sind die Basis für alle Planungs- und Managementmaßnahmen, die auf einen ausgewogenen Schutz und damit auf die Erhaltung des eigenen kultur- und landschaftshistorischen Erbes abzielen.
Damit rückt das niedersächsische ADABweb-System in das Zentrum der mit dem Projekt verbundenen Bestrebungen. Das Kürzel ADABweb steht seit 2002 für „Allgemeine Denkmaldatenbank web-basiert“ der Referate Archäologie und Bau- und Kunstdenkmalpflege und basiert auf der 1996 in NLD eingeführten und seit 2001 web-basierten „Archäologische Datenbank“. Allerdings soll sich diese Datenbank in naher Zukunft nicht nur auf den rein wissenschaftlichen und verwaltungstechnischen Gebrauch beschränken, sondern, entsprechend dem europäischen Partizipationsprinzip, auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Diese Nutzung soll sich allerdings nicht nur auf die speziell von der EU geforderte Förderung des Tourismus beschränken, sondern soll als modernes Instrument des Wissenstransfers auch heimatkundlich interessierten Bürgern und Institutionen, wie dem F.A.N. zugänglich gemacht werden.

Ulf Ickerodt (NLD)