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Geomagnetische Prospektion in Müsleringen, Ldkr. Nienburg 

Im Juni 2008 entdeckten Günter Lange und Heinz-Dieter Freese an der Mittelweser bei Stolzenau aus der Luft eine gegliederte Grabenanlage, die inzwischen als jungsteinzeitliches Erdwerk datiert wird. Im August 2009 wurde unter der Leitung des Archäologen Dr. Wilhelm Gebers mithilfe von FAN-Mitgliedern ein Profilschnitt durch den äußeren Graben angelegt. Es zeigte sich dabei ein Spitzgraben von rund 5 Metern Breite und 2 Metern Tiefe. Ein Bericht über den Luftbild- und Grabungsbefund erscheint in den Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 2010.

In diesem Jahr 2010 hat außerdem ein Team der Universität Hamburg - Abteilung Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie - vom 13. - 16. August eine geomagnetische Messung im Bereich des Erdwerkes durchgeführt. Die Fotos auf dieser Seite zeigen den Arbeitsablauf der beteiligten Archäologen Yvonne Krause M.A., Dr. Markus Helfert und Andreas Schunke.

Eine geomagnetische Sonde sendet Schallwellen in den Erdboden und misst die Resonanz. Eine Messung erfolgt im Abstand von jeweils 50 Zentimetern. Zur Vorbereitung der Messung wurde die Ackerfläche in 30 X 30 Meter große Quadranten eingeteilt, anschließend wurden fortlaufend mit Schnüren jeweils 1 Meter breite Bahnen abgesteckt und diese Bahnen anschließend mit dem Gerät in der Hand zweimal abgelaufen, wobei die Sonde jeweils alle 50 Zentimeter einen Impuls ausgesendet hat. Pro Quadrant wurden auf diese Weise 3600 Messungen durchgeführt und im Gerät gespeichert.

 

 

Man kann das Verfahren dadurch vereinfachen, dass man mehrere Sonden parallel auf einem Wagen montiert, der anschließend über das Feld gezogen wird. Wenn man allerdings nur eine einzige Sonde besitzt, bleibt das ganze ein Hase-und-Igel-Spiel, bei dem der Hase, in diesem Falle Herr Dr. Markus Helfert, unterbrochen hin- und her rennt. Und das in Gummistiefeln und mehrere Tage lang!

Viel helfen konnte man da nicht. Deshalb haben wir auch darauf verzichtet, die FAN-Mitglieder zu dieser Prospektion einzuladen. Nur Herr Jürgen Rieger aus Leese und der Verfasser waren vor Ort, und selbstverständlich der Eigentümer des Ackers, Herr Walther Denecke, dem an dieser Stelle wieder herzlich gedankt werden soll. Bedanken möchten wir uns auch bei den FAN-Mitgliedern, die die Prospektion mit rund 500 Euro unterstützt haben.

Und wie sind nun die Meßergebnisse? Hervorragend, wie Herr Dr. Helfert aus Hamburg schrieb: “Wie ich finde, kommen die Strukturen des Erdwerkes und der frühmittelalterlichen Grubenhäuser(?) sehr gut in der Geomagnetik zum Vorschein. Für uns Hamburger ist diese Prospektion eine der besten, die wir je durchgeführt haben.” Allerdings mussten die Arbeiten witterungsbedingt vorzeitig abgebrochen werden und müssen nun im Frühherbst 2011 weiter fortgesetzt werden.

Aber nicht nur das: Die Universität Hamburg - Abteilung Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie - möchte zeitgleich auch eine Lehrgrabung in Müsleringen durchführen und wir hoffen, dass sich zahlreiche FANMitglieder erneut daran beteiligen.

Text und Fotos: Heinz-Dieter Freese