Archäologisch inspirierter Maigang am 21. Mai 2005

Nach Eintreffen der Teilnehmer an der Pappmühle in Hessisch-Oldendorf Fahrt durch das Blutbachtal unterhalb des Hohenstein/Süntel, in dem Heimatforscher gern den bei Tacitus im Zusammenhang mit der Schlacht bei Idistaviso (16 n.Chr.) erwähnten „Herculeshain“ sehen, zur nahen Amelungsburg.
Die Führung durch diese 15ha große bedeutende Anlage auf dem Amelungsberg mit 1000m erhaltenem Randwall und einem zweiphasigen Vorwall übernahm wie schon in den Jahren 2003 (Gehrdener Burg) und 2004 (Beusterburg) Dr. Klemens Wilhelmi in gewohnt fachkundiger und zugleich anschaulicher Weise. Vor der bereits in den 80er Jahren vom damaligen Institut für Denkmalpflege aufgestellten großen Infotafel, auf der die Burg noch als sächsische Volksburg bezeichnet wird, wies er auf den inzwischen eingetretenen Erkenntnisfortschritt hin, nach welchem nicht nur die Amelungsburg, sondern auch die benachbarten ehemals „sächsischen“ Burgen Babilonie und Wittekindsburg (bei der Porta Westfalica) sowie Schnippenburg bei Ostercappeln (Ldkr. Osnabrück), die z.Zt. ergraben wird, erwiesenermaßen eisenzeitlichen Ursprungs sind, d.h. bis in die Zeit um Christi Geburt datieren. Auf die von Seiten der bezirksarchäologischen Denkmalpflege gerade in Vorbereitung befindliche Amelungsburg-Publikation wird man gespannt sein dürfen.
Nach angemessener Rast im gemütlichen Restaurant der Pappmühle wurde die erst 1992 entdeckte und seit dem Vorjahr öffentlich zugängliche Schillat-Tropfsteinhöhle (s. Foto) in Langenfeld/Süntel unter der engagierten Führung der Paläontologin Angelika Schwager besichtigt: Innerhalb einer Stunde erlebten die Teilnehmer die Märchenwelt einer auf 185m ausgebauten Tropfsteinhöhle und eine Zeitreise durch die Erdgeschichte.

Wilhelm Dräger




Schillat-Tropfsteinhöhle