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Seminartag in Lohne Die Teilnehmer vor dem Portal des Industrie Museum Lohne - (Foto: Alfred Weghoff Heimatverein Lohne) |
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Nach der Begrüßung durch das Leiter-Duo des Museums Ulrike Hagemeier und Benno Dräger in der gemütlichen Museumscafeteria – bei großzügiger Bewirtung – eröffnete Dr. Gebers um 10 Uhr das Vormittagsprogramm mit einem Bericht über den archäologischen Teil des von ihm und seinem Team 2003 bis an die physische Schmerzgrenze begleiteten Pipelinebaus von Stade bis zur östlichen Grenze des Bundeslandes Niedersachsen. Nicht ohne Mitgefühl erfuhren die Teilnehmer – auch im Bild – von den nicht nur durch die bisweilen extrem schlechten Witterungsbedingungen verursachten enormen Herausforderungen eines Mammutprojektes, bei dem die Mannschaft durch beinahe unerträglichen Zeitdruck zur Bergung möglichst vieler der unerwartet zahlreichen Funde und Befunde wiederholt die Grenzen der Belastbarkeit kennen lernte. Im 2. Hauptreferat gab Horst Nitz als Diplomphysiker einen kompakten Überblick über zwei der wichtigsten archäologischen Datierungsmethoden. Mit übersichtlichen Skizzen und Tabellen machte er das für naturwissenschaftliche Laien sehr anspruchsvolle Thema verständlich. In erster Linie vermittelte der Referent einen lebendigen Eindruck von den durch fortgeschriebene ungeklärte Prämissen verursachten Risiken der wichtigen C 14-Methode, bei denen – so das etwas resignierende Fazit – eben die Vorgaben der Physiker von der Archäologie nur unzureichend umgesetzt würden. Vergleichsweise besser abgesichert und in der Auswertung daher verlässlicher erschien Nitz die m Laufe der letzten Jahrzehnte zunehmend mit Vergleichsmaterial stärker ausgestattete Dendrochronologie. Als willkommene Einlage überraschte Bernd Hamborg als Numismatiker die Teilnehmer mit der Kurzvorstellung einer Leihgabe an das Industrie Museum: einer aus Xanten stammenden, beim Rheinischen Landesmuseum registrierten Sammlung von Denaren und gegengestempelten (!) Assen der römischen Republik und des Augustus, die ihn in ihrer Zusammensetzung stark an die 16 aus der Dümmerregion stammenden, von ihm selbst „rekonstruierten“ römischen Fundmünzen des Industrie Museums erinnerten. Nach ausgiebiger Rast im idyllischen Lohner Hotel „Hopener Wald“, den meisten von früheren FAN-Treffen wohlbekannt, führte Alf Metzler (NLD) im Campemoor an der Grenze zwischen den Landkreisen Vechta und Osnabrück (sehr nahe bei Kalkriese) die von ihm ergrabenen neolithischen Pfahlwege XXXI (Pr) bis XXXVI (Pr) vor. Ein gutes Stück des mit ca. 7000 Jahren weltweit bisher ältesten bekannten Weges lag gerade frei, daneben – eine zusätzliche Sensation – ein neu entdeckter schmaler Fußweg, bei diesem Alter und in dieser Bauart wohl ebenfalls ziemlich einzigartig. Außerdem fiel ein weiterer noch nicht dokumentierter Weg ins Auge, der sich durch Risse im darüber liegenden abgetragenen Bereich bemerkbar gemacht hatte und überraschend eine andere Richtung als alle übrigen 5 Wege einschlägt. Um 17 Uhr endete ein erlebnisreiches FAN-Treffen, das vielfältige Interessen zu berücksichtigen hatte, mit herzlichem Dank an die wieder perfekte Vorbereitung.
Wilhelm Dräger
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Industrie Museum Lohne
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