Mehrholz und mehr - Exkursion der AG "Römer in Nds."
Bei strahlendem Sonnenschein schweifte der Blick der 15 Maiwandler zunächst von der weit ins Große Moor hineinreichenden Geesthalbinsel Lintloge über die 4 km lange Trasse des römerzeitlich begangenen Bohlweges VI(Pr) bis zu den Dammer Bergen und den Höhen um den nur 30 km entfernten römischen Schlachtenort Kalkriese. Der Maispaziergang führte dann durch das Naturschutzgebiet um Mehrholz bis zur historischen Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzogtum Oldenburg an der Moorbrücke über die Dadau am 'klassischen' Moorengpaß zwischen Brägel (Lohne) und Aschen (Diepholz). Besonderes Interesse erweckte dort ein naher Moorsockel, in dem das NLD noch in diesem Jahr die Reste mehrerer teilweise bereits seit den bekannten Prejawa-Karteneinzeichnungen von 1896 nicht mehr beobachteter Bohlwege aufzudecken hofft. Der den meisten Teilnehmern seit 1997 durch alljährliche archäologische Aktionen wohlbekannte Hof Groß Mehrholz bot in frischem Maiengrün einen bezaubernden Anblick, und zwar sowohl von der diesmal gewählten (Moor-) Westseite mit Überblick über den riesigen Acker mit dem Eichenwäldchen im Hintergrund als auch - unter Führung des Grundeigentümers Heinrich Mehrholz - im inneren Hofbereich, zu dessen Ensemble sogar noch ein sog. 'Leibzuchthaus' von 1653 (Balkeninschrift) zählt. Am Nachmittag führte FAN-Mitglied W. Rötepohl die Gruppe durch die mit zwei Ringwällen (Höhe bis 4 m) ausgestattete leider auch trotz neuester Anstrengungen (Bohrkernuntersuchungen 2001) immer noch nicht eindeutig als sächsisch oder doch eisenzeitlich datierbare wohl bedeutendste Burg des Oldenburger Landes, die Arkeburg bei Goldenstedt, in einem weiten Halbkreis von bedeutenden vorgeschichtlichen Fundplätzen umgeben. Mehrere gerade aktuelle Fundorte, noch dazu ausgerechnet (wie passend zum AG-Thema) der frühen römischen Kaiserzeit, wurden gern in Augenschein genommen nach dem (natürlich nicht ganz ernst gemeinten) Motto: "Wenn man nichts sieht, ist es (archäologisch) echt!" Den Ausklang bildete schließlich ein Besuch des NIZ, eines idyllisch nahe der Arkeburg gelegenen Moor-Informationszentrums: Dort fand diese offenbar rundum geglückte "archäologisch inspirierte Maiwanderung" ihren passenden Abschluß.
W.Dräger
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Am Fuße der Arkeburg Foto: G.Lange
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