Studientagung der Römer-AG in Mehrholz/Diepholz
Am 28. Juni 2003 (Samstag) konzentrierte die Münsteraner Referentin M. Gorissen ihren mit Dias und aktuellen archäologischen Karten reich illustrierten Vortrag zum Thema Römer im Lipperaum - ausgehend von den sensationellen Neuentdeckungen römischer Marschlager in Holsterhausen - auf die überragenden spätaugusteischen Lagerstandorte Haltern mir jüngst ergrabenem Ostlager und Anreppen (bei Paderborn), in dem sich nach Entdeckung des dritten großen Getreidespeichers (einmalig im gesamten Römischen Reich!) endgültig ein Logistik-Zentrum für die römischen Feldzüge in den germanischen Osten und Nordosten abzeichnet.
Bereits während ihres spannenden Vortrages gab Frau Gorissen reichlich Gelegenheit zu eingehenden Diskussionen, so dass die Erwartungen aus dem Vorjahrsbesuch der AG in Haltern voll erfüllt wurden.
Nachdem durch H. Nitz am Nachmittag zur Themenabrundung auch noch das nach ca. hundertjähriger Diskussion nunmehr endgültig als augusteisch anerkannte Römerlager Kneblinghausen bei Rüthen zur Sprache kam, nahm Dr. K. Wilhelmi sich ausführlich des Komplexes Kalkriese an, der eng mit der neuerdings wieder offenen Frage nach dem Enddatum des Standortes Haltern verbunden ist. Wegen des großen Interesses ist eine Vortragswiederholung im Industriemuseum Lohne für 2004 geplant.
Im sog. Vorprogramm am 27. Juni 2003 (Freitag) stellte B. Hamborg der 'Vorausabteilung' im Industriemuseum Lohne die von ihm jüngst 'rekonstruierten' 16 römischen Fundmünzen der Region aus augusteischer Zeit vor. Noch vor dem gemeinsamen Abendessen auf der Hotelterasse mit Diskussion und gemütlichem Ausklang gewann man von drei Lohner Aussichtspunkten aus einen Überblick über die Stadt (Foto) und -besonders reizvoll- über das große Moor im Osten bis in den Raum südlich Mehrholz.




Mitglieder der Römer-AG am Lohner Aussichtsturm (Foto: FAN)