Gesellschaft der Hobbyarchäologen in Deutschland e. V.
Beim Herbsttreffen der Römer-AG des F.A.N. am 02. Okt. 2004 habe ich – Gerd Lübbers (54) – die Gesellschaft der Hobbyarchäologen in Deutschland e.V. kurz vorgestellt: nach Lehrgrabungen 1988/89 des Landesdenkmalamtes Stuttgart mit dem Konrad - Theiss - Verlag Stuttgart als Herausgeber der "Archäologie in Deutschland" haben Teilnehmer dieser Grabungen am 11.11.89 den Verein gegründet und nehmen seither jährlich zwei Wochen an Ausgrabungen teil. Ziel der Gesellschaft ist die Unterstützung der Erforschung der Vor- und Frühgeschichte durch Fortbildung der Mitglieder, u.a. durch Teilnahme an wissenschaftlichen Ausgrabungen und die Förderung von Grabungskursen. Die Mitglieder sind den Denkmalschutzgesetzen verpflichtet. Inzwischen haben wir an 18 Ausgrabungen teilgenommen: sieben Lehrgrabungen der Ges. für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern e.V. und der Ges. für Archäologie in Bayern e.V. sowie elf z. T. langjährige Grabungen der LDA’e Baden-Württemberg und Bayern und der Provinzialröm. Abteilung der Universität Freiburg. Bei diesen Projekten: Urnengräber der Bronzezeit / röm. Kaiserzeit – röm. Siedlungen (Gutshöfe, Lagerdorf, Kleinstadt, Verwaltungsstadt) – alamann. Friedhöfe (Körpergräber), konnten wir das Grabungshandwerk sehr intensiv erlernen: von der Arbeit mit Spitzhacke, Spaten, Schaufel und Schubkarre über das Anlegen von waage- und senkrechten Schnitten (Planum, Profil) bis zum sorgfältigen Freilegen von Be-/Funden und zum Zeichnen von Hand/ mit technischen Geräten, Nivellieren usw. Die Mitgliederzahl der Gesellschaft ist mit bundesweit etwa 15 Personen klein geblieben, da wir keinem ortsgebundenen Projekt besonders verbunden sind. Einige Mitglieder sind an ihren Wohnorten / in ihrer Region heimatgeschichtlich und als Grabungsteilnehmer engagiert. Neben der jährlichen Grabungsteilnahme werden im Mai/ Juni 3 - 4-tägige Jahrestreffen mit Exkursionen zu vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmalen, Museen und Ausgrabungen durchgeführt. Dabei haben wir große Bereiche der ehemaligen keltischen und römischen Siedlungsgebiete von Holland über Deutschland bis Österreich mit angrenzenden Gebieten in Frankreich, der Schweiz und Ungarn kennengelernt. Im Jahr 2005 haben Elisabeth Kralitschka (69) und Gero Schwerdtner (73), beide aus Baden-Württemberg, mit mir an der Ausgrabung unseres F.A.N.-Vorsitzenden Herrn Dr. Wilhelm Gebers auf dem Kronsberg bei Rullstorf, LK Lüneburg, eine Woche im Juli tatkräftig mitgearbeitet. Im Aug./Sept. haben 4 Mitglieder und ein weiterer Hobbyarchie zwei Wochen an den Ausgrabungen am "Keltischen Fürstensitz Ipf " bei Bopfingen, LK Aalen, teilgenommen, dort wird unter der Grabungsleitung des LDA Baden-Württemberg u.a. mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 2004 in einem sechsjährigen Schwerpunktprojekt "Frühe Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse" die Entstehung und Entwicklung frühkeltischer Fürstensitze und ihr Umfeld erforscht.
Gerd Lübbers
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Keltischer Fürstensitz Ipf
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